Die Wörterfabrik – Ein Gedankenspiel!

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Die Wörterfabrik – Ein Gedankenspiel!

Ich möchte eine kleine Geschichte vorstellen, welche mir in meinem Alltag begegnet ist, mich ergriff und zum Nachdenken anregte. Die Geschichte, nicht nur für Kinder, hat den Titel „Die große Wörterfabrik“ von Agnès de Lestrade.

Stell` dir vor:

Es gibt ein Land, in dem die Menschen fast gar nicht reden. 

In diesem sonderbaren Land muss man die Wörter kaufen und sie schlucken, um sie aussprechen zu können.

In der Fabrik werden die unterschiedlichsten Wörter hergestellt in verschiedenen Sprachen.

Manche Wörter sind wertvoller als andere.

Man sagt sie nicht oft.

Eigentlich nur wenn man sehr reich ist.

Denn im Land der großen Wörterfabrik ist sprechen teuer.

Wer kein Geld hat, um sich Wörter zu kaufen, durchsucht die Mülleimer, aber dort findet man meistens nur HUNDEKACKA und HASENPIPI.

Im Schlussverkauf bekommt man BAUCHREDNER oder ZIERHASEL, aber was macht man damit?

Manchmal fliegen Wörter durch die Luft, die Kinder fangen sie dann mit ihren Schmetterlingsnetzen ein.

Paul hat drei Wörter gefangen: KIRSCHE, STAUB, STUHL, die wird er Marie zu ihrem Geburtstag schenken, denn Paul hat Marie furchtbar lieb.

Ob er damit eine Chance hat gegen den reichen Oskar, der für Marie ICH LIEBE DICH VON GANZEM HERZEN, MEINE MARIE. EINES TAGES, DAS WEISS ICH, WERDEN WIR HEIRATEN gekauft hat???

Der kleine Paul braucht dringend Wörter, um der hübschen Marie sein Herz zu öffnen. Aber wie soll er das machen?

Denn für all das, was er ihr gerne sagen würde, bräuchte er ein Vermögen …

 

Das ist ein Auszug aus dieser wunderbaren Geschichte die sich sowohl auf die Liebe, auf die Gesellschaft, auf Machtverhältnisse und vieles mehr projizieren lässt. Auch in unserem Land, auch wenn wir glücklicherweise sprechen können und noch dürfen, werden Meinungen und Äußerungen nicht gleich gewichtet und dadurch auch nicht gleich gehört. Stell dir vor wie es ist, in einem Land zu leben in dem nur die Reichen die wichtigen Wörter beherrschen. Stell dir vor in einem Land zu leben, wo du dir die eigene Sprache nicht leisten kannst. Stell dir vor in einem Land zu leben, in welchem du gar vor Armut schweigen musst. Keine schönen Worte in die Welt schreien, keine Gedanken, keine Gefühle ausdrücken kannst. Zu arm zum Sprechen, während sich die Reichen alles unbedacht aneignen können. Doch wer hat das einmal entschieden, dass „Paul“ seine Meinung unwichtig ist und „Oskar“ seine Meinung von überdimensionaler Bedeutung??? Warst du es? Ich NICHT!

In den meisten Kindergeschichten siegt aber doch glücklicher Weise das Gute, in diesem Falle die Liebe und hält somit eine berührende Antwort parat. Denn es sind nicht immer die „großen Worte“ die von Bedeutung sind und gehört werden. Die „kleinen Worte“ sind so oft die Bedeutsamsten, die die jeder von uns mitteilen kann.

In der Geschichte wollte Paul, nach dem der reiche Nachbarsjunge Marie volllud mit Worten, auch liebevolle Worte finden, um Marie seine Liebe zu gestehen. Doch er hatte keine ebenso wie Marie. Als Oskar verschwunden war, beugte sich Marie zu Paul vor und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Was sagte wohl Paul? Wörter waren zu teuer und die meisten im Schlussverkauf wenig anwendbar. Er sagte schließlich ein klitzekleines Wort mit so großer Bedeutung in diesem Moment: „nochmal“.

 

Es sind keine großen Gesten und Worte notwendig, um Wahrheit und Meinung auszudrücken. Also lasst uns mit Bedachtheit und Liebe unsere Meinungen bilden und ebenso zum Ausdruck bringen!

Wie ist es mit dir? Bist du eher ein „kleines Wort“ oder eines der „großen Wörter“ und wie geht es dir damit?

 

Eure Maren

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